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Frühförderung bei uns
am Pfalzinstitut ist ein Angebot für Eltern und ihre
hörgeschädigten Kinder. Wir fördern Kinder, deren Hörfähigkeit
beeinträchtigt ist und begleiten sie und ihre Familien vom
Säuglingsalter bis zum Schuleintritt; aktuell betreuen wir ca.
125 Kinder im Alter von 2 Monaten bis 6 Jahren. Durch das
Neugeborenen-Hörscreening (NHS), das seit Januar 2009 in
Deutschland auch gesetzlich verankert ist, werden die Kinder
mit Hörschädigung immer früher entdeckt. Fördermaßnahmen
können direkt einsetzen und die sensiblen Phasen der
Hörsprachentwicklung entsprechend genutzt werden.
Haben
Eltern den Verdacht, dass ihr Kind schlecht hört, sind sie
zunächst sehr verunsichert. Erste Anlaufstelle für Familien
mit ihren hörgeschädigten Kindern ist unsere
Beratungsstelle für Pädagogische Audiologie. Während
der Erstvorstellung wird das Kind auf Antrag der Eltern sofort
in unsere Frühförderung aufgenommen. Für die Familien ist die
Betreuung kostenfrei. Die Kosten werden von den örtlichen
Sozialhilfeträgern übernommen.
In unserem
Frühförderteam, geleitet von unserem Abteilungsleiter
des vorschulischen Bereichs, Bernd Gerbig, arbeiten
Förderschullehrerinnen, Sozialpädagoginnen und Pädagogische
Fachkräfte.
Ganzheitliche
Förderung
Unsere
Frühförderung beinhaltet eine individuelle, ganzheitliche und
hörgerichtete Entwicklungsförderung. Schwerpunkte sind die
Erziehung zum Hören und die Begleitung des Spracherwerbs im
familiären Umfeld. Die ganzheitliche Sichtweise umfasst eine
alltagsorientierte Förderung in allen Entwicklungsbereichen.
In besonderem Maße achten wir dabei auf die Entwicklung der
Kommunikationsfähigkeit des Kindes. Den individuellen
Bedürfnissen entsprechend erfahren die Kinder lautsprachliche
und / oder gebärdensprachliche Unterstützung.
Um
Lautsprache zu entwickeln, fördern wir intensiv das Hören, um
den auditiven Kanal in den Sinneskanon des Kindes
gleichberechtigt aufzunehmen. Theoretischer Hintergrund ist
der natürlich-hörgerichtete Spracherwerb in Anlehnung an die
Hörsprachentwicklung hörender Kinder.
Sind Kinder
nicht in der Lage, Lautsprache allein über das Hören zu
entwickeln, nutzen wir die gebärdliche Akzentuierung von
Schlüsselwörtern zur Erleichterung der Kommunikation (LUG,
LautsprachUnterstützendeGebärden). Wir benutzen dabei keine
gebärdensprachliche Grammatik wie in der klassischen Deutschen
Gebärdensprache (DGS), schöpfen aber deren Vokabelschatz.
Die
Bedürfnisse hörgeschädigter Kinder mit zusätzlichen
Beeinträchtigungen finden besondere Berücksichtigung. Hier
kommt auch die Unterstützte Kommunikation zur Anwendung. Wir
arbeiten mit körpereigenen Kommunikationsformen, Gebärden,
nichtelektronischen Kommunikationshilfen, Materialien wie
Bildkarten und Symbolen, auch elektronischen Hilfen, wie
Talker oder Digi-Memo, werden eingesetzt.
Zudem gibt
unsere regelmäßige Verlaufs- und Förderdiagnostik immer wieder
Rückmeldung über die Fortschritte, die das Kind macht und
hilft dabei, die Förderangebote so individuell wie möglich auf
das Kind abzustimmen.
Beratung und
Hilfestellung für Eltern
Eine
wichtige Rolle kommt der Zusammenarbeit mit den Eltern zu. Wir
beraten, begleiten und unterstützen sie im alltäglichen Umgang
mit ihrem hörgeschädigten Kind. Im Hinblick auf die
hörtechnische Versorgung, rechtliche und finanzielle Fragen
sowie Bildungsmöglichkeiten geben wir Hilfestellung. Wir
orientieren uns stark an den Familien, geben Anleitung
zur Selbsthilfe und moderieren in dem uns möglichen Rahmen;
dabei lassen wir uns vom Empowerment-Gedanke leiten. Wir
unterstützen die Familien dabei Stärken (wieder) zu entdecken
und Schritte zu entwickeln, die für ein Leben mit der
Hörschädigung hilfreich sind. Eltern werden in einer positiven
Haltung zu ihrem Kind bestärkt.
Mobile
Frühförderung
Die mobile
Frühförderung findet im häuslichen familiären Umfeld, im
Regel-, Integrativen- oder Förderkindergarten statt. Förderung
und Beratung können so in vertrauter Umgebung stattfinden.
Ambulante
Frühförderung
Wir laden
die Familien regelmäßig zu
Eltern-Kind-Gruppen in die Frühförderstelle und unsere
Integrative Kindertagesstätte ein. Die Zusammensetzung der
Eltern-Kind-Gruppen variiert nach unterschiedlichen
Gesichtspunkten. Von den Däumlingen über die Rasselbande bis
zur Vorschulgruppe, von der CI-Gruppe über eine Gruppe für
hörgeschädigte Kinder mit zusätzlichen Beeinträchtigungen,
einer Gruppe mit hörgeschädigten Eltern, hin zu jahreszeitlich
orientierten Themengruppen, treffen sich die Kinder mit ihren
Eltern. Das Lernen in der Gruppe und der Erfahrungsaustausch
unter betroffenen Eltern sind von großer Bedeutung.
Familienausflüge und Erlebniswochenenden
Unser
jährlich angebotenes Familienwochenende sowie unsere
Familienausflüge ermöglichen Spiel und Spaß sowie Kontakte und
Austausch abseits des Alltags.
Feste feiern
Im Juni
eines jeden Jahres findet das PIH-Sommerfest statt. Unser
Frühförderteam hält hier immer interessante Kreativangebote
für die Kleinsten bereit. Zusätzlich organisieren wir
gemeinsame Feste für die Familien aus der Frühförderung, um
Kontakte zu knüpfen und den Austausch untereinander zu
vertiefen.
Informationsveranstaltungen
Wir bieten
regelmäßig Informationsveranstaltungen für Erzieherinnen an
Regel- und anderen Fördereinrichtungen zu bestimmten
Themenbereichen an. Der Austausch der betroffenen Fachkräfte
untereinander wird von uns gepflegt.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Wir
arbeiten mit allen, die an der Förderung des Kindes beteiligt
sind, zusammen, z. B. mit den betreuenden Fachkliniken,
HNO-Ärzten, Cochlea-Implant-Centren, Hörgeräteakustikern,
Psycho-logen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden.
Die Kooperation mit den pädagogischen Fachkräften in den
verschiedenen Einrichtungen ist uns besonders wichtig.
Medizinische und technische Fortschritte erfordern zudem
kontinuierliche Fort- und Weiterbildungen der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter selbst. Wir nehmen diese Angebote sehr
intensiv wahr und geben die Informationen an die Familien
weiter. |